Mir fehlen in dieser ganzen Affaire Informationen, die von beiden Seiten nicht herausgerückt werden.
Welche Bäume? Die meisten der Bäume sind meines Wissens Trauerweiden und Linden. Beides Bäume, die relativ schnell wachsen. In fünf bis sieben Jahren sehen die wieder gut aus. Warum also wegen dringend notwendiger Arbeiten am Kanal nicht fällen? Ich kann da keine Bedrohung sehen. Ganz im Gegenteil nervt mich die plakative und nicht informative Art der Meinungsmache in dieser Sache sehr. Die in den Artikel erwähnten Kinder brauchen viel dringender als Schatten vernüftig ausgestattete Schulen!
Es handelt sich um 200 Bäume auf 11 Kilometer Kanal. An den meisten Stellen würde das den Kaffeesitzern gar nicht auffallen, dass Bäume gefällt wurden. Wie gesagt, Meinungsmache dieser Art finde ich nicht in Ordnung!
@Kondring
Ich gehe mit der Aussage hinsichtlich Informationsmangel gerne mit. Auch dem Argument, dass 200 Bäume auf elf Kilometer Kanal nicht ins Gewicht fallen, könnte ich etwas abgewinnen. Und natürlich ist es wahr, hier in Kreuzberg haben wir andere, größere Probleme – vor allem mit den Schulen, als Vater zweier Kinder weiß ich, wovon ich rede.
Jetzt aber alle Punkte der Reihe nach:
Informationsmangel
Zudem was ich geschrieben habe, stehe ich, allerdings maße ich mir nicht an, meine Postings auf journalistisch gründlichen Niveau ins Netz zustellen, um damit Meinungen zu produzieren, sondern ich tue die auf meinen persönlichen Eindrücken basierende Meinung kund und diese Meinung kann ich im Fall der Fälle auch revidieren und sehe sie nicht als einmal erworben muss sie auf ewig verteidigt werden an.
Gewiss hat die Dürftigkeit der Informationen seitens der WSA nicht dazu beigetragen, dass ich der Baumfällung aufgeschlossen gegenüber stehe. Eingangs wollte die WSA ohne Genehmigung fällen. Das ist alles andere als redlich und ein Fakt. Erstmal fällen und wenn sich die Leute dann aufregen, nützt es eh nichts mehr? Sah verdammt danach aus, aber gut.
200 Bäume auf elf Kilometer
Wie sich das Erscheinungsbild des Ufers tatsächlich ändern würde, wäre leichter nachzuvollziehen, wenn konkret bekannt wäre, welcher Baum wegkommt und welcher nicht. Wieso die WSA dazu sich so bedeckt hält, weiß niemand. Wenn die Geschichte wirklich nicht so drastische Dimensionen annehmen wird, könnte die WSA ihr Vorgehen doch wesentlich offensiver kommunizieren. Und wieso 200? Ne glatte Zahl? Und nach dem Protest sind es nur 50 Bäume? Merkwürdig, aber gut.
Großes Problem die Schulen in Kreuzberg vs Bäume am Landwehrkanal
Wie gesagt, it’s true my brother, aber es weiß jetzt schon keine Sau, wer und warum und wieviel, was mit den Bäumen am Landwehrkanal wirklich veranlasst hat und woher die Zahl 200 stammt. In der Bildungspolitik ist es noch viel schwerer einzugreifen, dieser ganze Laden gehört nach klinsmannscher Manier auseinander genommen. Ich stehe in sehr enger Verbindung mit einer berliner Schule und sage aus ganzem Herzen, dass ist eine der größten, wenn nicht die größte Baustelle im Land.
Aber jetzt nochmal zur Argumentationslogik, anstatt ein unmittelbares, greifbares Problem zulösen, verweise ich auf eine andere Problematik. Was soll ich bitte damit anfangen? Das geht doch immer so weiter. Statt über die Schulen sollten wir mal über das Klima reden, statt über das Klima, wer hier eigentlich Atomwaffen baut und wer nicht… Priorität hat für mich ein Problem, das in meinem Dunstkreis liegt, sonst übernehme ich mich, oder schlimmer ich fördere nur den Status Quo. Und wenn ich in meinem Beitrag über das arrogante Benehmen der WSA blogge, dass ohne die zahlreichen Interessen der Bewohner überhaupt anzuhören, Fakten schafft, dann möchte ich bitte bei diesem Thema bleiben.
Neue Artikel zum Thema:
Ist schon peinlich genug, dass es soweit kommen konnte
Interview mit Arno Paulus der Gründer von Aktionsbündnis Bäume am Landwehrkanal.
@Kondring- Bist du schon mal im Hochsommer mit einem Kind spazieren gegangen?? Da ist man froh über jeden Baum der Schatten spendet, ist er auch noch so klein und krumm. Natürlich ist es wichtig das die Schulen besser werden, aber wenn mein Kind mit Sonnenstich im Krankenhaus liegt braucht es auch keine gute Schule mehr. Nur weil das Eine wichtiger ist, heißt es nicht das man das Andere nicht als Argument anbringen kann. Das sind zwei paar Schuhe die getrennt voneinander gesehen werden müssen.
[...] @Kondring – Kontroversen zu den Bäumen am Landwehrkanal [...]
Schön ist’s bei Euch am Landwehrkanal – das habe ich gerade von einem kleinen Sportboot aus gesehen – und schön sollte es bleiben. Schön bleibt’s aber nur, wenn der Kanal als Schiffahrtsstraße funktioniert. Sonst wird er irgendwann einmal zugeschüttet und es werden Kaufhäuser, Parkflächen etc. auf der entstandenen Fläche gebaut. Dann aber gibt’s dort überhaupt keine Bäume mehr! Also, warum tut Ihr Euch nicht mit Eurem “Todfeind” der WSA zusammen und überlegt, wie durch sinnvolle Maßnahmen die Substanz des Landwehrkanals erhalten werden kann. Dass dazu auch der eine oder andere Baum gefällt werden muss, sollte klar sein. Nach meiner Information kann man Bäume nachpflanzen, so sind sie ja auch an den Landwehrkanal gekommen. Und wenn man sorgfältig Fällen und Nachpflanzen aufeinander abstimmt, dann gibt’s auch noch in der übernächsten Generation Schatten am Landwehrkanal – ich glaube, so was nennt man Nachhaltigkeit. An Eurer Aktion gefällt mir nicht, dass Ihr nur an Euch und heute denkt. Was in 50 Jahren am Kanal los ist, ist Euch doch schnurzegal! Dann aber wollen Eure Großenkel unter den dann nachgewachsenen Bäumen spielen!
Also: Denken und Protest gehören zusammen, mit dem Ziel einer konstruktiven Lösung. Dazu aber muss man konstruktiv mit dem Gegner zusammenarbeiten. Das einzig Nachteilige daran ist, dass man hinterher keinen Gegner sondern “nur” noch einen Partner hat.
RL
@Rainer
Ohne Protest stünden wir jetzt vor Tatsachen. Die WSA bewegt sich nur, weil sie im Fokus der Öffentlichkeit steht. Das ist vielleicht menschlich, aber schade. Jetzt wird bei der WSA darüber nachgedacht (vielleicht), wie man den Umbruch für alle Seiten verträglich macht. Ich bin der letzte der auf seiner Position verhaart. Aber wie bei Tarifverhandlungen muss eine harte Gegenposition bezogen werden, die dann sich eins zu eins umgesetzen lässt, damit wenigsten im Ansatz unsere Belange berücksichtigt werden. Weiß ja auch nicht, wieso man da so auf die Kacke hauen muss, bevor was passiert.
Im Übrigen bin ich nicht kein aktives Mitglied bei der Bürgerinitiative “Aktionsbündnis Bäume am Landwehrkanal”, sondern reiner Sympathisant, da diese Bündnis die Sache anfänglich sehr couragiert in die öffentliche Diskussion gezerrt hat, ansonsten koche ich hier mein eigenes Süppchen.
Was mir auch nicht passt, dass alles getan wird, um eine Schifffahrt zu retten, die aufgrund von Größe und umweltbelastender Technik unserem Kiez schadet. Bäume abzusäbeln damit diese Rußschleudern ihren Gewinn abschöpfen, will mir nicht in den Kopf. Wenn schon, dann sollte mit der Abholzung auch andere Auflagen für die Schifffahrt auf dem Kanal her. Kleinere Sportboote sind sicher nicht das Problem , aber für die großen Fahrgastschiffe können doch nicht so weitermachen wie bisher!
[...] mir im Blog gab es schon einiges an Baum-Content (1, 2, 3, 4, 5, 6), jetzt wird es noch ein bißchen mehr. Heute Nachmittag hör ich im Haushaltsraum ein [...]