Gerade die Apple-Dokumentation Welcome to Macintosh mitten im Herzen von Webdesignerhausen (Berlin-Mitte) gesehen. Das ist ja die Gegend, wo die Einwohner mehr Macbooks besitzen als Waschmaschinen. Ein Heimspiel für einen Film, der die dunklen Kapitel der appleschen Firmengeschichte weitgehend ausblendet und enthusiastisch eine Firma feiert, bei der keiner so richtig genau weiß woher der Erfolg kommt.
Fraglos scheint Apple nicht ohne Steve Jobs und Überschwang zu funktionieren, und vielleicht ist Apples Geheimnis, dass es die erste Firma ist, die kapiert hat, dass es die Kleinigkeiten sind, die zählen (und funktionieren müssen). Aber ganz unpragramatisch geht es auch nicht. Was der unterhaltsame Auftritt von Jim Reekes beweist. Er wird als Realist eingeführt und hat die Lacher auf seiner Seite. Wer Jim Reekes nicht sofort einordnen kann, dem sei gesagt, dass er den Startsound Sosumi für Macs komponiert hat. Sosumi ist seit 1991 am Start, bis heute. In Mitte sollte man über solche Dinge Bescheid wissen. Wer schon mal am Café Oberholz vorbeigegangen ist, der weiß, wovon ich rede.
Alles in allem kein verlorender Abend mit skurrilen bis fesselnden Einblicken. Eine Doku bei der die typisch amerikanische Begeisterungsfähigkeit an allen Ecken und Kanten durchschimmert. Und ich als XP- und Vista- und Linuxuser habe hübsch meine Klappe gehalten und mich für ein paar Minuten für Apple begeistern lassen.
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